(zu alt für eine Antwort)
Wie weit muss ich einen Baum vom Nachbarn hinsetzen?
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-13 15:26:51 UTC
Moin,

ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(

Im Moment ist der ja noch klein mit ca. 2 Meter, aber die
Teile können durchaus 7-10 Meter hoch werden ...

C.
Katharina Mayer
2004-07-13 15:42:00 UTC
Post by Christa M. Keil-Jahns
Moin,
Moin :o)
Post by Christa M. Keil-Jahns
ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(
google mal nach "nachbarschaftsrecht grenzabstand", das ist je nach
Bundesland (BRD) verschieden.

Katharina
--
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Christa M. Keil-Jahns
2004-07-13 18:57:14 UTC
Moin,
Post by Katharina Mayer
Post by Christa M. Keil-Jahns
ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(
google mal nach "nachbarschaftsrecht grenzabstand", das ist je nach
Bundesland (BRD) verschieden.
Gefindet :-)
Der sollte 2 m jeweils von den Grenzen weg stehn :-)

Märzi Buko

C.
Gerhard Zahn
2004-07-13 20:18:44 UTC
Am Tue, 13 Jul 2004 20:57:14 +0200 schrieb Christa M. Keil-Jahns:

Hallo,
Post by Christa M. Keil-Jahns
Post by Katharina Mayer
Post by Christa M. Keil-Jahns
ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(
google mal nach "nachbarschaftsrecht grenzabstand", das ist je nach
Bundesland (BRD) verschieden.
Gefindet :-)
Der sollte 2 m jeweils von den Grenzen weg stehn :-)
2 m, das wäre erst mal die (rechtliche) Theorie.

Wenn du ihn an deine Nordgrenze stellst und er wird wirklich 7 bis 10
Meter, dann wird dein nördlicher Nachbar in der Praxis sauer sein,
weil du einen Baum hast und er den Schatten...:-(

Der Schatten kühlt dann das gutnachbarschaftliche Verhältnis spürbar
ab 2 m hin, 2 m her.

Beste Grüße G e r h a r d
Lutz Bojasch
2004-07-13 20:46:57 UTC
Post by Katharina Mayer
Post by Christa M. Keil-Jahns
Moin,
Moin :o)
Post by Christa M. Keil-Jahns
ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(
google mal nach "nachbarschaftsrecht grenzabstand", das ist je nach
Bundesland (BRD) verschieden.
Hallo
das kann sogar innerhalb einer Ortschaft unterschiedlich sein. Am
besten bei der Gemeindeverwaltung nachfragen.
Gruß Lutz
Gerd Schweizer
2004-07-14 06:37:14 UTC
x-no-archive: yes
Post by Christa M. Keil-Jahns
Moin,
ich will unseren Taschentuchbaum nun endlich einpflanzen
und weiß leider nicht genau wie weit ich den von der Grenze
weg setzen soll :-(
Im Moment ist der ja noch klein mit ca. 2 Meter, aber die
Teile können durchaus 7-10 Meter hoch werden ...
Hallo Christa, nach dem Befolgen der anderen Ratschläge bleibt immer
noch die Möglichkeit eines Gesprächs mit dem Nachbarn. Argumentativ bist
Du dann auch schon über die rechtliche Lage informiert.
Ciao, Gerd
--
homepage mit der Satelliten FAQ, PC-Tipps, Mopped, Katzen:
http://home.t-online.de/home/gerd.j.schweizer/ oder
http://www.gerd.digitv-online.info
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-14 21:17:45 UTC
Moin,
[...Taschentuchbaum...]
Post by Gerhard Zahn
Post by Christa M. Keil-Jahns
Der sollte 2 m jeweils von den Grenzen weg stehn :-)
2 m, das wäre erst mal die (rechtliche) Theorie.
Wenn du ihn an deine Nordgrenze stellst und er wird wirklich 7 bis 10
Meter, dann wird dein nördlicher Nachbar in der Praxis sauer sein,
weil du einen Baum hast und er den Schatten...:-(
Och, wenn ich ganz ehrlich bin, dann hat der Nachbar im Norden
es ehrlich gesagt jetzt *DEUTLICH* schlechter.

Der Baum steht demnächst an der Südseite, vorne zur Straße.
Post by Gerhard Zahn
Der Schatten kühlt dann das gutnachbarschaftliche Verhältnis spürbar
ab 2 m hin, 2 m her.
Schau Dir mal das "A-Hörnchen an, das zur Zeit noch dort hinten
auf der Nordgrenze steht :-(
-> http://www.zotty.org/garten/index1.html

Die Vorbesitzer waren wohl der Meinung "Setzen wir doch mal
so 3-4 Bäumchen auf eine Stelle und gucken ob was anwächst!"

Dummerweise ist *alles* angewachsen :-(
Der Ahorn steht dort nun seit ca. 37 Jahren.

Vor ein paar Wochen hatten wir einen Gärtner hier, der meinte,
das der Baum mittelfristig weg sollte, weil der hinten auf
der Ecke nimmer sicher steht.
Dahinter geht es ca. hmm 1,5 - 2,0 m abwärts.

Ich hab schlicht und ergreifend Angst, das der Baum beim
nächsten Sturm dem Dach des hinteren Nachbarn zu nah kommt.
-> http://www.zotty.org/garten/images/a-hoernchen-2004-05-202-11-24-0006.jpg

Bescheiden bzw. kappen dürfen wir den Baum laut Grünflächenamt
der Stadt Herne nicht.

Wenn wir den Baum fällen lassen, dann wird dahinten irgendein
schnellwachsender Bambus hinkommen.
Wobei ich noch nicht weiß, wie wir die Rhizorn-Sperre
da rein bekommen sollen :-(

Ausser vielleicht "wir sprengen die Wurzel"

Als wir den Ahorn im Vorgarten gefällt haben (stand nur
ca. 2 Meter vom Haus weg), und die Wurzel haben
rausrupfen lassen, hatten wir einen ca. 3 Meter breiten
und gut 2 Meter tiefen Krater da.

Die Wurzel konnten wir nur mit Hilfe des örtlichen THW
in einen Container bekommen, die zu dem Zweck eine
Katastrophen-Übung in unserem Garten gemacht haben.

C.
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-14 21:19:49 UTC
Moin,

Lutz Bojasch schrieb:
[...]
Post by Lutz Bojasch
das kann sogar innerhalb einer Ortschaft unterschiedlich sein. Am
besten bei der Gemeindeverwaltung nachfragen.
Ich hab mittlerweile die Stadt angerufen, die sagten auch,
das 2 Meter Abstand OK wären.

Für den Nachbarn ist es auch OK, sagte er.
Wobei man sagen muss, das ich nun auch nicht weiß, wie
lange der noch lebt, der ist kurz vor 80.

C.
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-14 21:33:55 UTC
Moin,
[...]
Post by Gerd Schweizer
Hallo Christa, nach dem Befolgen der anderen Ratschläge bleibt immer
noch die Möglichkeit eines Gesprächs mit dem Nachbarn. Argumentativ bist
Du dann auch schon über die rechtliche Lage informiert.
Nachbar meinte heute, das das so OK wäre, wo wir ihn
hinsetzen möchten :-)

Er sieht übrigens blühend richtig schön aus :-)
http://www.zotty.org/garten/taschentuchbaum.html

C.
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-14 21:36:22 UTC
-> http://www.zotty.org/garten/taschentuchbaum.html

C.
Hannes Birnbacher
2004-07-15 05:35:06 UTC
Antwort an Christa M. Keil-Jahns auf die Nachricht von Wed, 14 Jul
2004 23:33:55 +0200
Post by Christa M. Keil-Jahns
[...]
Post by Gerd Schweizer
Hallo Christa, nach dem Befolgen der anderen Ratschläge bleibt
immer noch die Möglichkeit eines Gesprächs mit dem Nachbarn.
Argumentativ bist Du dann auch schon über die rechtliche Lage
informiert.
Nachbar meinte heute, das das so OK wäre, wo wir ihn
hinsetzen möchten :-)
Dann wünsche ihm gute Gesundheit und einen langfristigen
Arbeitsplatz. Erst, wenn so ein Gewächs fünf Jahre lang
unangefochten bestanden hat, hat man sich das Recht gegenüber dem
Nachbargrundstück "ersessen", es dann auch stehen zu lassen, wenn
ein evtl. Nachfolger des Nachbarn Beseitigung gemäß den gültigen
Grenzabständen verlangt.
Hannes Birnbacher
2004-07-15 05:35:36 UTC
Antwort an Christa M. Keil-Jahns auf die Nachricht von Wed, 14 Jul
2004 23:19:49 +0200
Post by Christa M. Keil-Jahns
Wobei man sagen muss, das ich nun auch nicht weiß, wie
lange der noch lebt, der ist kurz vor 80.
Oh, Mist. Siehe mein Posting von vor fünf Sekunden;-).
Lutz Bojasch
2004-07-15 06:14:21 UTC
Post by Christa M. Keil-Jahns
Moin,
[...]
Post by Lutz Bojasch
das kann sogar innerhalb einer Ortschaft unterschiedlich sein. Am
besten bei der Gemeindeverwaltung nachfragen.
Ich hab mittlerweile die Stadt angerufen, die sagten auch,
das 2 Meter Abstand OK wären.
Für den Nachbarn ist es auch OK, sagte er.
Wobei man sagen muss, das ich nun auch nicht weiß, wie
lange der noch lebt, der ist kurz vor 80.
Hallo
na ist doch prima! Jetzt kannst Du den beruhigt dort pflanzen. Später
kann ein eventueller Nachfolger im Nachbarhaus nichts gegen den Baum
machen. Es gilt dann für Dich der Bestandsschutz. Ein potentieller
Nachfolger wäre ja nicht gezwungen auf diese Grundstück zu ziehen.
Nee, wenn der Baum dort erst mal ein paar Jahre steht, darf er da auf
jeden Fall bleiben.
Gruß Lutz
Christa M. Keil-Jahns
2004-07-15 07:20:18 UTC
Moin,
Post by Hannes Birnbacher
Antwort an Christa M. Keil-Jahns auf die Nachricht von Wed, 14 Jul
2004 23:19:49 +0200
Post by Christa M. Keil-Jahns
Wobei man sagen muss, das ich nun auch nicht weiß, wie
lange der noch lebt, der ist kurz vor 80.
Oh, Mist. Siehe mein Posting von vor fünf Sekunden;-).
Seit der weiß, das so 10 Zentimeter von seinem Unterstand
auf meinem Grund sind, ist er eh erstaunlich friedlich.

In dem einen Sommer hat der seine Grenze zu mir begradigt
(wir hatten halt alles einmessen lassen) und nachdem er
fertig war (war da halt 2 Tage weg), hab ich ihm dann
gesagt, das es nicht wirklich notwendig gewesen wäre
auf > 30 Metern so Rasenkantensteine auszubuddeln und um 5-20 cm
zu versetzen ;-))

C.
Gerhard Zahn
2004-07-15 14:11:43 UTC
Am Wed, 14 Jul 2004 23:17:45 +0200 schrieb Christa M. Keil-Jahns:

Hallo,
Post by Christa M. Keil-Jahns
Schau Dir mal das "A-Hörnchen an, das zur Zeit noch dort hinten
auf der Nordgrenze steht :-(
-> http://www.zotty.org/garten/index1.html
Die Vorbesitzer waren wohl der Meinung "Setzen wir doch mal
so 3-4 Bäumchen auf eine Stelle und gucken ob was anwächst!"
so etwas kommt leider öfter vor. Es gibt Leute, die können keine
ausgesamte Kastanie oder Ahorn oder Wildkirsche oder sonstige Gehölze
sehen, schon meinen sie, sie müssten sie irgendwo daneben oder davor
pflanzen.
Meist ist das daneben... :-(
Denn es wird nicht überdacht, ob und welcher Baum da hin passt und was
das Pflänzchen in 15 Jahren für eine Riesenkrone hat.
Post by Christa M. Keil-Jahns
Dummerweise ist *alles* angewachsen :-(
Der Ahorn steht dort nun seit ca. 37 Jahren.
Vor ein paar Wochen hatten wir einen Gärtner hier, der meinte,
das der Baum mittelfristig weg sollte, weil der hinten auf
der Ecke nimmer sicher steht.
Dahinter geht es ca. hmm 1,5 - 2,0 m abwärts.
Ich hab schlicht und ergreifend Angst, das der Baum beim
nächsten Sturm dem Dach des hinteren Nachbarn zu nah kommt.
-> http://www.zotty.org/garten/images/a-hoernchen-2004-05-202-11-24-0006.jpg
Bescheiden bzw. kappen dürfen wir den Baum laut Grünflächenamt
der Stadt Herne nicht.
Wenn ein erfahrener Landschaftsgärtner die Standhaftigkeit der Bäume
in Frage stellt, dann würde ich das dem Grünflächenamt mitteilen und
mal anfragen, ob die im Schadensfall haften, falls sie den
erforderlichen kräftigen Rückschnitt oder die Fällung verbieten.
Mal sehen, wie die darauf reagieren.
Post by Christa M. Keil-Jahns
Wenn wir den Baum fällen lassen, dann wird dahinten irgendein
schnellwachsender Bambus hinkommen.
Wobei ich noch nicht weiß, wie wir die Rhizorn-Sperre
da rein bekommen sollen :-(
Ausser vielleicht "wir sprengen die Wurzel"
Das kommt drauf an, wie weit vom Stumpen die Rhizom-Sperre angelegt
werden soll. Die Wurzeln werden schnell dünner.
Post by Christa M. Keil-Jahns
Als wir den Ahorn im Vorgarten gefällt haben (stand nur
ca. 2 Meter vom Haus weg), und die Wurzel haben
rausrupfen lassen, hatten wir einen ca. 3 Meter breiten
und gut 2 Meter tiefen Krater da.
Die Wurzel konnten wir nur mit Hilfe des örtlichen THW
in einen Container bekommen, die zu dem Zweck eine
Katastrophen-Übung in unserem Garten gemacht haben.
Da hilft oft auch schon eine Stubbenfräse und dann Zupflanzen. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Gerhard Zahn
2004-07-15 14:11:44 UTC
Am Thu, 15 Jul 2004 07:35:06 +0200 schrieb Hannes Birnbacher:

Hallo,
Post by Hannes Birnbacher
Post by Christa M. Keil-Jahns
Post by Gerd Schweizer
Hallo Christa, nach dem Befolgen der anderen Ratschläge bleibt
immer noch die Möglichkeit eines Gesprächs mit dem Nachbarn.
Argumentativ bist Du dann auch schon über die rechtliche Lage
informiert.
Nachbar meinte heute, das das so OK wäre, wo wir ihn
hinsetzen möchten :-)
dann steht der Taschentuchbaum dort genau richtig. :-)
Post by Hannes Birnbacher
Dann wünsche ihm gute Gesundheit und einen langfristigen
Arbeitsplatz. Erst, wenn so ein Gewächs fünf Jahre lang
unangefochten bestanden hat, hat man sich das Recht gegenüber dem
Nachbargrundstück "ersessen", es dann auch stehen zu lassen, wenn
ein evtl. Nachfolger des Nachbarn Beseitigung gemäß den gültigen
Grenzabständen verlangt.
Das Recht hat man sich dann zwar "ersessen", genau genommen aber
ergaunert.
Denn wer hofft, dass sich ein Nachbar freundlicher Weise zurück hält
und sich nicht an einem noch jungen und kleinen Gehölz stört, das
wissentlich zu grenznah gepflanzt wurde, um sich dann auf die
Verjährung zu berufen, der riecht mir sehr nach "Schweinebacke". :-)
Erst soll der eine die Kröte schlucken und dann wird er für rechtlos
erklärt. :-(

In einer Gemeinschaft, wie es so manche Dorfgemeinschaft noch ist,
kann man mit solchen Fisimatenten nicht kommen. Und das ist gut so.

Beste Grüße G e r h a r d
Hannes Birnbacher
2004-07-15 17:55:11 UTC
Antwort an Gerhard Zahn auf die Nachricht von Thu, 15 Jul 2004
16:11:44 +0200
Post by Gerhard Zahn
Post by Hannes Birnbacher
Dann wünsche ihm gute Gesundheit und einen langfristigen
Arbeitsplatz. Erst, wenn so ein Gewächs fünf Jahre lang
unangefochten bestanden hat, hat man sich das Recht gegenüber
dem Nachbargrundstück "ersessen", es dann auch stehen zu
lassen, wenn ein evtl. Nachfolger des Nachbarn Beseitigung
gemäß den gültigen Grenzabständen verlangt.
Das Recht hat man sich dann zwar "ersessen", genau genommen aber
ergaunert.
Denn wer hofft, dass sich ein Nachbar freundlicher Weise zurück
hält und sich nicht an einem noch jungen und kleinen Gehölz
stört, das wissentlich zu grenznah gepflanzt wurde, um sich dann
auf die Verjährung zu berufen, der riecht mir sehr nach
"Schweinebacke". :-)
Huh, darum ging es hier doch gar nicht? Der Nachbar wollte
ausdrücklich den Baum dulden, vielleicht, weil er weiß, daß sein
Unterstand 10 cm auf dem fremden Grundstück steht.

Bloß, wenn der Nachbar stirbt, ist dieses Einverständnis wertlos,
es sei denn, die fünf Jahre seien verstrichen.

Übrigens gelten die fünf Jahre ab Überschreiten der Höchstgrenze,
nicht ab Pflanzung eines jungen und kleinen Gehölzes.

Disclaimer: ich bin Buchhalter und kein Grenzabstandsjurist.
Gerhard Zahn
2004-07-15 20:03:43 UTC
Am Thu, 15 Jul 2004 19:55:11 +0200 schrieb Hannes Birnbacher:

Hallo,
Post by Hannes Birnbacher
Antwort an Gerhard Zahn auf die Nachricht von Thu, 15 Jul 2004
16:11:44 +0200
Post by Gerhard Zahn
Post by Hannes Birnbacher
Dann wünsche ihm gute Gesundheit und einen langfristigen
Arbeitsplatz. Erst, wenn so ein Gewächs fünf Jahre lang
unangefochten bestanden hat, hat man sich das Recht gegenüber
dem Nachbargrundstück "ersessen", es dann auch stehen zu
lassen, wenn ein evtl. Nachfolger des Nachbarn Beseitigung
gemäß den gültigen Grenzabständen verlangt.
Das Recht hat man sich dann zwar "ersessen", genau genommen aber
ergaunert.
Denn wer hofft, dass sich ein Nachbar freundlicher Weise zurück
hält und sich nicht an einem noch jungen und kleinen Gehölz
stört, das wissentlich zu grenznah gepflanzt wurde, um sich dann
auf die Verjährung zu berufen, der riecht mir sehr nach
"Schweinebacke". :-)
Huh, darum ging es hier doch gar nicht?
den Einzelfall habe ich auch so gesehen. Mir ging es mehr um die so
oft ins Spiel gebrachte Verjährungsfrage als Rettungsanker.
Post by Hannes Birnbacher
Der Nachbar wollte
ausdrücklich den Baum dulden, vielleicht, weil er weiß, daß sein
Unterstand 10 cm auf dem fremden Grundstück steht.
Das Problem mit den 10 cm bleibt ganz nebenbei auch allen
Nachbesitzern. Die beiden Dinge miteinander zu verknüpfen, macht die
Sache gleich für mehrere Rechtsanwälte interessant. :-)
Post by Hannes Birnbacher
Bloß, wenn der Nachbar stirbt, ist dieses Einverständnis wertlos,
es sei denn, die fünf Jahre seien verstrichen.
Oder, es gibt Zeugen für das Einverständnis oder ein meist nicht
existierendes Stück Papier, das kein Mensch in so einem Fall
austauscht.
Post by Hannes Birnbacher
Übrigens gelten die fünf Jahre ab Überschreiten der Höchstgrenze,
nicht ab Pflanzung eines jungen und kleinen Gehölzes.
"Ab Überschreiten der Höchstgrenze", die dann wohl 2 Metern Höhe
gleich käme und dann plus fünf Jahre? So habe ich das noch nie gehört,
aber auch nicht fix "ab Pflanzung".

Ich lese da in einem Info-Heft für Bayern "Die Verjährungsfrist
beträgt fünf Jahre und beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem
die Verletzung der Abstandsvorschriften erkennbar wird."

Da frage ich mich gleich mal: für wen erkennbar? Ein Mensch, der eine
Birke nicht kennt, erkennt wohl erst später, dass die mal über zwei
Meter hoch wird. Ein Mensch, der eine Birke kennt, weiß das am
Pflanztag...

Vielleicht kann da einer dann eine Zugabe herausschinden, wenn einer
zB behauptet, er habe eine Zwergkiefer gepflanzt und später stellt
sich heraus, dass sie ganz normal wächst und durchgeht.

Egal wie, sich im Zweifel auf die Verjährung zu berufen, beendet so
gut wie immer gutnachbarschaftliche Verhältnisse, manchmal für
Generationen...:-(
Post by Hannes Birnbacher
Disclaimer: ich bin Buchhalter und kein Grenzabstandsjurist.
Sei froh, als Buchhalter kannst du gut leben, als Grenzabstandsjurist
nur verhungern. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
Hannes Birnbacher
2004-07-15 20:56:58 UTC
Antwort an Gerhard Zahn auf die Nachricht von Thu, 15 Jul 2004
22:03:43 +0200
Post by Gerhard Zahn
Vielleicht kann da einer dann eine Zugabe herausschinden, wenn
einer zB behauptet, er habe eine Zwergkiefer gepflanzt und
später stellt sich heraus, dass sie ganz normal wächst und
durchgeht.
Bruhuhua, das ist ja wie der (uralte) Bilderwitz von Norbert: Ein
Mann steht in der Tierhandlung, mit einem riesigen, unwillig
guckenden Geier auf dem (ledergeschützten) Unterarm und sagt
gerade zu dem Verkäufer: "Sie verkauften mir vor einem halben Jahr
einen jungen Wellensittich"... ;-)
Thomas Holle
2004-07-15 21:48:41 UTC
Hallo Gerhard,

du sprichst mir aus der Seele
Post by Gerhard Zahn
Das Recht hat man sich dann zwar "ersessen", genau genommen aber
ergaunert.
Richtig;
.., man pflanze eine gekeimte Eichel direkt an der Grenze zum Nachbarn ein.
Post by Gerhard Zahn
Denn wer hofft, dass sich ein Nachbar freundlicher Weise zurück hält
und sich nicht an einem noch jungen und kleinen Gehölz stört, das
wissentlich zu grenznah gepflanzt wurde, um sich dann auf die
Verjährung zu berufen, der riecht mir sehr nach "Schweinebacke". :-)
..., meine Kinder können dann zusehen, wie aud der gekeimten Eichel "ein
großer Baum" wird.
Post by Gerhard Zahn
Erst soll der eine die Kröte schlucken und dann wird er für rechtlos
erklärt. :-(
Die 5 Jahre sind ja rum;
Wenn man dann die gekeimte Eichel gut "verstecke" merkt der Nachbar lange
Zeit gar nichts und der Nachbar glaubt an ein neu gepflanztes "Bäumchen".
Seines Wissens hat er ja noch 5 Jahre Widerspruchsrecht- >Gröhl<
Post by Gerhard Zahn
In einer Gemeinschaft, wie es so manche Dorfgemeinschaft noch ist,
kann man mit solchen Fisimatenten nicht kommen. Und das ist gut so.
Das haben wir leider hier nicht.

* Um es nicht falsch zu verstehen:
Ich habe 2 von diesen Nachbarn, die sich an keine Grenzabstände halten und
nie gehalten haben.
Es wurde und wird einfach gepflanzt. (z.B. Bambus direkt an die Grenze> da
ist aber mein Teich!)

Ich käme niemals auf die Idee eine z.B. Eiche in meinem 500qm Garten zu
pflanzen.
Wenn ich natürlich meinen Nachbarn "verarschen möchte"- dann mache ich das-
und setz das Bäumchen auch noch ein wenig schief ein.

Laubfall, Früchte und Schatten gehören dann bald dem Nachbarn- und er hat
keine Rechte mehr (Ätsch)

Wie gesagt ich habe 2 von diesen "pflantzfreudigen Nachbarn", die sich dann
noch beschweren, wenn denn mein lauter Laubbläser mitten in deren Party
anspringt und den Dreck nach Hause bläst.
Post by Gerhard Zahn
Beste Grüße G e r h a r d
Viele Grüße auch von Thomas

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