Discussion:
Keimhemmungsmittel für Kartoffeln
(zu alt für eine Antwort)
Anne Königs
2004-09-20 17:14:48 UTC
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Hallo Ng

heute wollten wir unsere Kartoffeln mit Keimhemmungs-Pulver bestreuen,
haben aber keines bekommen.
Bei Drog. Müller gab es nichts und soll angeblich auch nicht mehr dort
verkauft werden. Ein WLZ-Geschäft gibt es hier am Ort auch nicht mehr.
Kann mir jemand raten, wo das Pulver zu bekommen ist, oder was man
sonst machen kann, dass die Kartoffeln nicht zu schnell keimen.
Wir haben zwar einen guten Keller, aber auch dort fangen die
Kartoffeln spätestens im Frühjahr an zu *spriessen*.

Bin für jeden ernstgemeinten Rat dankbar.
Antworten bitte nur in die NG, weil andere Mails nicht ankommen.

MfG
Anne Königs
Gerhard Zahn
2004-09-20 18:46:39 UTC
Permalink
Am Mon, 20 Sep 2004 19:14:48 +0200 schrieb Anne Königs:

Hallo,
Post by Anne Königs
heute wollten wir unsere Kartoffeln mit Keimhemmungs-Pulver bestreuen,
haben aber keines bekommen.
Bei Drog. Müller gab es nichts und soll angeblich auch nicht mehr dort
verkauft werden. Ein WLZ-Geschäft gibt es hier am Ort auch nicht mehr.
Kann mir jemand raten, wo das Pulver zu bekommen ist,
für den Privatbereich waren nur zwei Keimhemmer zugelassen und für die
ist die Zulassung schon Ende 2001 ausgelaufen. Sie dürfen also nicht
mehr verkauft werden.
Post by Anne Königs
oder was man
sonst machen kann, dass die Kartoffeln nicht zu schnell keimen.
Wir haben zwar einen guten Keller, aber auch dort fangen die
Kartoffeln spätestens im Frühjahr an zu *spriessen*.
Dann ist der Keller halt doch nicht so gut oder es liegt auch mit an
der Kartoffelsorte.
Post by Anne Königs
Bin für jeden ernstgemeinten Rat dankbar.
Ich meine ernsthaft, du solltest auf Keimhemmer verzichten, selbst
wenn noch welche aufzutreiben sind und notfalls im Frühjahr Kartoffeln
zukaufen.

Die Lagerung von Kartoffeln sollte in dunklen Räumen bei 4 bis 6 °C in
Holzkisten erfolgen. Andere Quellen sagen 5 - 6 °C. Bei höheren
Temperaturen treiben die Knollen aus, bei niedrigeren Temperaturen
baut sich Stärke in Zucker um, was die Knollen unerwünscht süß werden
lässt. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt bei 85 bis 95 %.

Vielleicht ist es möglich, von außen mehr Kälte herein zu lassen und
nach innen gegen Wärme etwas zu dämmen, damit eine Annäherung an die
Idealtemperaturen erfolgt.
Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch großflächige Wasserbehälter
erhöhen.

Eine weitere Möglichkeit die Lagerfähigkeit hinaus zu schieben wäre
die teilweise Verwendung einer Sorte aus der Reifegruppe "mittelspät
bis sehr spät" mit niedriger Keimneigung. Da kämen z.B. in Frage:
Aula, Ballade, Donella, Fasan, Marena, Sanira, Satuma.


Beste Grüße G e r h a r d
der gerade Kartoffeln für einen Kartoffelsalat kocht. :-)
--
FAQ - Garten: http://forum-rheinland.de/gartenfaq/
Anne Königs
2004-09-21 17:16:05 UTC
Permalink
Gerhard Zahn <***@gmx.de> schrieb:

Hallo,
Post by Gerhard Zahn
für den Privatbereich waren nur zwei Keimhemmer zugelassen und für die
ist die Zulassung schon Ende 2001 ausgelaufen. Sie dürfen also nicht
mehr verkauft werden.
Danke für die Mitteilung.
Post by Gerhard Zahn
Dann ist der Keller halt doch nicht so gut oder es liegt auch mit an
der Kartoffelsorte.
Es ist ein gewölbter Keller, ohne Fenster nur mit Luftschacht, der im
Sommer abgedeckt wird. Heizung gibt es im Kellergeschoss auch nicht.
Die Kartoffelsorte ist Selma, die ich seit Jahren gerne verwende, und
die bisher bis in den Juni gut waren, zu diesem Zeitpunkt mussten wir
auch schon mal einige wenige wegwerfen.
Post by Gerhard Zahn
Ich meine ernsthaft, du solltest auf Keimhemmer verzichten, selbst
wenn noch welche aufzutreiben sind und notfalls im Frühjahr Kartoffeln
zukaufen.
Das werden wir wohl so machen müssen, bloss wie werden die, die ich im
Frühjahr nachkaufe bis dahin haltbar gemacht?
Post by Gerhard Zahn
Beste Grüße G e r h a r d
ebenfalls Anne
Post by Gerhard Zahn
der gerade Kartoffeln für einen Kartoffelsalat kocht. :-)
den gabs bei uns heute auch mit Maultaschen aus eigener Herstellung
Bernhard Albert
2004-09-21 18:42:03 UTC
Permalink
Hallo Anne,
Post by Anne Königs
Das werden wir wohl so machen müssen, bloss wie werden die, die ich
im Frühjahr nachkaufe bis dahin haltbar gemacht?
Durch optimale Temperatur, optimale Feuchtigkeit und optimale
Luftzusammensetzung.

Gruß
Bernhard
--
Ihr erreicht mich privat und persönlich
schneller und zuverlässiger unter
b <punkt> albert <at-Zeichen> link-f <punkt> org
Gerhard Zahn
2004-09-22 07:29:00 UTC
Permalink
Am Tue, 21 Sep 2004 19:16:05 +0200 schrieb Anne Königs:

Hallo,
Post by Anne Königs
Post by Gerhard Zahn
Dann ist der Keller halt doch nicht so gut oder es liegt auch mit an
der Kartoffelsorte.
Es ist ein gewölbter Keller, ohne Fenster nur mit Luftschacht, der im
Sommer abgedeckt wird. Heizung gibt es im Kellergeschoss auch nicht.
hm, die örtlichen Verhältnisse kann man sich natürlch schwerlich
vorstellen. Bisher habe ich aber immer gehört, dass Luftschächte zur
Belüftung offen bleiben sollen und eine Abdeckung nur für kurze Zeiten
starker Fröste angeraten wird.
Post by Anne Königs
Die Kartoffelsorte ist Selma, die ich seit Jahren gerne verwende, und
die bisher bis in den Juni gut waren, zu diesem Zeitpunkt mussten wir
auch schon mal einige wenige wegwerfen.
Bis Juni ist natürlich auch schon eine sehr lange Lagerzeit. Länger
lagern die Profis auch kaum, weil ja schon im Mai die "neuen Ernten"
den Kartoffelmarkt durcheinander bringen.
Nichts gegen Selma, aber es handelt sich dabei um eine "mittelfrühe"
und nicht um eine spät reifende Sorte. Ich weiß allerdings nicht, ob
man bei den spätreifenden Sorten durchgängig auch auf lange
Lagerbarkeit schließen kann.
Vielleicht solltest du mal den Kartoffelbauern deines Vertrauens nach
den am längsten keimlingsfreien Sorten befragen und daraus dann eine
aussuchen und mit ins Anbausortiment nehmen.
Post by Anne Königs
Post by Gerhard Zahn
Ich meine ernsthaft, du solltest auf Keimhemmer verzichten, selbst
wenn noch welche aufzutreiben sind und notfalls im Frühjahr Kartoffeln
zukaufen.
Das werden wir wohl so machen müssen, bloss wie werden die, die ich im
Frühjahr nachkaufe bis dahin haltbar gemacht?
Kommt wohl drauf an, aus welcher Quelle du kaufst. Der Kartoffelbauer
meines Vertrauens behauptet, noch nie mit Keimhemmern gearbeitet zu
haben.
In erster Linie wird wohl mit geeigneter Lagertechnik gearbeitet,
Keimhemmer kosten schließlich auch Geld.
Andererseits wird es aber auch Abnehmer und Anwender für die zur Zeit
noch auf dem Markt befindlichen 8 Mittel auf Clorpropham-Basis geben.
Post by Anne Königs
Post by Gerhard Zahn
der gerade Kartoffeln für einen Kartoffelsalat kocht. :-)
den gabs bei uns heute auch mit Maultaschen aus eigener Herstellung
Nudelgericht plus Kartoffelsalat - wieder eine neue Kombination. :-)

Beste Grüße G e r h a r d
--
FAQ - Garten: http://forum-rheinland.de/gartenfaq/
Lutz Bojasch
2004-09-21 06:05:56 UTC
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Post by Anne Königs
Hallo Ng
heute wollten wir unsere Kartoffeln mit Keimhemmungs-Pulver bestreuen,
haben aber keines bekommen.
Hallo
zum Glück! Das Dreckszeug (Chlorpropham) ist zum Glück nicht mehr
zugelassen, abgesehen davon hat es nur eine Wirkungsdauer von wenigen
Wochen. Hier ein paar Lagertips aus dem Netz. Man muss sich einfach mal
fragen, was für einen Sinn es macht, Kartoffeln selbst anzubauen wenn
man den gleichen Dreck anwendet (oder sogar mehr" wie die Industrie es
tut. Vielleicht käme auch eine eigene Strahlungsquelle in Frage!? ;)

"Natürlich wirkende Keimhemmer sind: äther. Öle von Basilikum, Jasmin,
Knoblauch, Kümmel (Carvon), Lavendel, Pfefferminz (abdecken mit Kraut)
oder andere Minzpflanzen, Rosmarin, Salbei, Thymian bzw. die Pflanzen
selbst. Die Gerüche gehen nicht in die Kartoffeln über. Oregano und
Zatar Parsi (Satureja thymbra) schützen am besten gegen Nassfäule-Befall
(Griechische Erfahrung). Brennesselblätter halten die Kartoffeln länger
frisch. Lagerung im dunklen Keller (das lichtempfindliche Vitamin B2
wird dadurch erhalten), mit hoher Luftfeuchtigkeit, Idealtemperatur
nicht über 6°. Bei niedrigeren Temperaturen werden sie süss, höhere
Temperaturen und Licht fördern die Keimbildung. Bei höheren Temperaturen
bauen die Knollen den Zucker wieder in Stärke um, falls sie nicht zu
lange unter dem Gefrierpunkt gelagert waren."

Gruß Lutz
Ron Staub
2004-09-21 22:07:49 UTC
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Post by Anne Königs
Bin für jeden ernstgemeinten Rat dankbar.
Antworten bitte nur in die NG, weil andere Mails nicht ankommen.
Frag' nen Profi:
einen (Kartoffel-)Bauern oder (Groß-)Händler.
Die wissen, wie's geht, und nicht alle sind bös'.

Ron
--
ach so: unter dieser adresse sind sie nicht empfangable.
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